„Fast Fashion: der hohe Preis der Kleidung“, ein Vortrag von Eva-Maria Gade von Greenpeace

Foto: © Kevin McElvaney/Greenpeace

 

 

 

Im Allgemeinen betrifft uns ein Kleidungsstück nur, solange wir es begehren, besitzen und dann, wenn wir es abgeben bzw. wegwerfen. Der aufrüttelnde Vortrag richtet unser Augenmerk auf die Phase davor, den Produktions- und Logistikprozess, und die Phase danach, den Entsorgungsprozess.

 

Die Präsidentinnen bedanken sich bei der Referentin Eva-Maria Gade  für den plastischen und hoch interessanten Vortrag zum Thema Fast-Fashion.

 

Bei den Rohstoffen ist zu bedenken, dass Baumwolle zwar gut zu recyceln ist, aber Unmengen an Wasser und Pestiziden verbraucht, während synthetische Fasern aus fossilen Stoffen wie Öl und Gas hergestellt werden.

Asoziale Arbeitsbedingungen mit überlangen Arbeitszeiten, schlechter Bezahlung ohne soziale Absicherung und oft auch mit Kinderarbeit, sowie Umweltverschmutzungen durch ungeklärte Abwässer in Flüsse und Meere herrschen vor allem in den Ländern Südostasiens.

Verpackungsmüll und Treibhausgase bei Transport und Retouren werden vor allem durch die chinesischen Billiganbieter von ultra-Fast Fashion SHEIN und TEMU in ungeheuren Mengen (8,52 Mio. t CO2 in 2024) verursacht.

Auch die schiere Menge der produzierten Textilien (180 Mrd. Kleidungsstücke/Jahr) ist zu einem Problem geworden: Um die Produkte jederzeit verfügbar zu halten, werden sie in immer kürzerer Zeit zu billigen Preisen in schlechter Qualität für die Verbraucher*innen hergestellt und zu einem großen Teil bereits VOR dem Verkauf vernichtet.

An ihrem Lebensende wird nur 1 % der Altkleider recycelt. 60 % werden „exportiert“ in Länder wie Ghana und türmen sich dort zu massiven Halden auf. Im Wasser zerfallen sie zu Mikroplastik. Das Ausmaß des Schadens für die globale Umwelt ist noch gar nicht erforscht.

Der Ruf nach Regulierung auf staatlicher Ebene in Europa, in den Hersteller- und „Entsorgungs“-Ländern wird zwar lauter, aber Gesetzeslösungen sind schwierig, dauern lange und sind schwer zu kontrollieren.

Also: Was ist unsere Verantwortung und unser Beitrag zum Thema Kleidung?
Weniger kaufen! Bessere Qualität! Länger nutzen!
Und dann zirkuläre Geschäftsmodelle wie Leihen, Tauschen, Reparieren, Second Hand, die jede auch „vor ihrer Haustür“ finden kann!

 

(Heike Köpp-Waffender)

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