Kölner Frauentheaterpreis

Mit dem Ersten Kölner Frauentheaterpreis ging unser Club 2023 neue Wege und erweiterte sein soziales Engagement erstmals um ein kulturelles Projekt. Kölner Theaterautorinnen, Regisseurinnen und Performerinnen waren aufgerufen, sich mit ihren Ideen zu bewerben. Einzige Voraussetzung: Es sollte sich um ein frauenrelevantes Thema von gesellschaftlicher Dringlichkeit handeln. Der Siegerin winkte eine Konzeptionsförderung in Höhe von 4.000 Euro.

Obwohl wir als Club in der Kultur- und Theaterszene bis dato noch nicht in Erscheinung getreten waren, liefen wir mit unserer Idee offene Türen ein. Nicht nur, dass wir zum Ende der Bewerbungsfrist die Qual der Wahl zwischen fast 30 großartigen Einsendungen hatten. Auch die Reaktion des gesamten Kölner Kulturbetriebs beeindruckte uns immer wieder. So erfuhr unser Projektteam vom ersten Moment an große Unterstützung durch den Kölner VdK – Verein darstellender Künste, der uns unter anderem wertvolle Tipps für die Ausschreibung gab. Als wir mit Deborah Krönung und Anna-Mareen Henke zwei junge Kölner Regisseurinnen baten, uns als externe Jurymitglieder zu unterstützen, sagten beide spontan zu. Sehr gefreut haben wir uns auch über die Einladung, die Siegerehrung im Rahmen des jährlichen Szenetreffs abzuhalten. Diese Veranstaltung nimmt im Kalender der Theaterschaffenden einen hohen Stellenwert ein, da dort auch die Nominierungen für die Kölner Theaterpreise bekanntgegeben werden.

Am 6. November 2023 durften wir somit unsere erste Preisträgerin verkünden: Unter den 28 Teilnehmerinnen war unsere Wahl auf Marje Hirvonen gefallen. In ihrem Wettbewerbsbeitrag befasste sie sich aus der Perspektive einer Enddreißigerin mit den Für- und Gegenargumenten der Mutterschaft. Eine Frage, die so oder ähnlich auch in anderen Einsendungen immer wieder aufkam, also tatsächlich ein Thema von hoher gesellschaftlicher Dringlichkeit ist. Neben rein persönlichen Motiven spielen dabei unter anderem auch Umwelt- und politische Aspekte eine Rolle.

Am 16. Oktober 2025 fand schließlich die Premiere von „Anne Anne“, so der endgültige Stücktitel, statt. Sarah Youssef, Intendantin des Orangerie Theaters, hatte sich die Uraufführungsrechte noch am Abend der Preisverleihung gesichert. In dem aufwendig umgebauten Theater (die Wiedereröffnung hatte erst zwei Wochen zuvor stattgefunden) überzeugte Marje nicht nur die anwesenden Clubschwestern auf ganzer Linie. Neben einem begeisterten Presseecho gab es auch aus der Theaterszene viel Lob und Zustimmung – und das nicht nur innerhalb Kölns. Im Juni 2026 war das Stück in Bonn und Berlin zu sehen, weitere Städte werden folgen.
Bestätigt durch den Erfolg, werden wir den Kölner Frauentheaterpreis ab 2027 als regelmäßiges Projekt fortführen. Nähere Informationen werden rechtzeitig an dieser Stelle veröffentlicht.

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Anne, Anne  – Foto: © Martin Miseré